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Titel Ichnological evidence on the behaviour of mitrates: two trails associated with the Devonian mitrate Rhenocystis [Spurenbeweis für das Verhalten der Mitraten: zwei Spuren in Zusammenhang mit dem devonischen Mitrat Rhenocystis]
Mitautor(en) Richard P.S. Jefferies & Owen E. Sutcliffe
Jahr: 2000
Sprache: Englisch
Quelle: Lethaia, 33, S. 1-12
Stichwörter: locomotion trails, mitrates, Rhenocystis latipedunculata, Hunsrück Slate, (chordate) interpretation, Natural History Museum, chordates, echinoderms
Inhalt: In diesem Aufsatz wird eine Platte mit vier Exemplaren des Flachtieres Rhenocystis latipedunculata, wovon zwei mit Kriechspuren, beschrieben. Da die systematische Stellung (Chordata oder Echinodermata) und Orientierung dieser Tiere umstritten sind, ist der seltene Fund äußerst wichtig. Die Spuren beweisen, daß die Flachtiere sich - kurz vor ihrem Tod - in Richtung ihres Schwanzes fortbewegt haben, d.h. von dem Schwanz gezogen und mit der flachen Rückenseite des Kopfes/Körpers nach oben gerichtet. Dies entspricht der Chordaten-Interpretation der Mitraten.
Kommentar 1: R.P.S. Jefferies und A.G. Jacobson erwähnen erstmals in ihrem Aufsatz: "An Episode in the Ancestry of Vertebrates: From Mitrate to Crown-Group Craniate" ["Ein Abschnitt in der Abstammung der Vertebraten: Vom Mitrate zur Krone-Gruppe Kraniate"] in der Zeitschrift Integrative Biology, 1998, Volume 1, Issue 4, Seite 123, dass mit sehr viel Glück und einem sehr guten Auge vor kurzem ein Vertreter der deutschen devonischen Mitraten Rhenocystis tot am Ende seiner eigenen Lebensspur gefunden wurde.
Kommentar 2: Der Seniorherausgeber von der Zeitschrift Nature, H. Gee, berichtet in Volume 407 vom 19. Oktober 2000, Seite 849 und 851, in der Rubrik: Nachrichten und Meinungen, unter dem Titel: Mitrates on the move ["Mitraten bewegen sich"], dass dieser wichtige Fund die Meinung von Jefferies stärkt, dass die Mitraten ähnliche Merkmale der Chordaten oder Hemichordaten aufweisen.
Kommentar 3: Die französischen Autoren B. Lefebvre und B. David haben in Lethaia 34, 2001, eine Antwort verfasst. Sie behaupten, dass die Assoziation zwischen den Körperfossilien von Rhenocystis und den Spuren auf dem selben Gesteinsbrocken zufällig sein könnte.
Kommentar 4: R.P.S. Jefferies schrieb im selben Lethaia einen Kommentar. Er sieht die Antwort von Lefebvre und David erstmals als eine Bestätigung der Wichtigkeit der beschreibenden Platte an. An zweiter Stelle nennt er eine Reihe Argumente, die die zufällige Art der Körperfossilien und assoziierten Spuren unwahrscheinlich machen.
Kommentar 5: Gudo (2005; in seinem Beitrag "Körperkonstruktion und evolutionäre Trends fossiler Echinodermen (Homalozoa, Blastoidea, Edrioasteroidea)" in Senkenbergiana lethaea, 85(1): 51) ist der Meinung, dass für die Rekonstruktion der Lebensweise der Homalozoa anzunehmen ist, und dafür sprechen auch einige Spuren, die in Zusammenhang mit solchen Tieren gefunden wurden, dass die Tiere am Substrat auf einer ihrer flachen Seiten lagen und sich mit der Stele fortbewegten. Aus konstruktionsanatomischer Hinsicht jedoch sind Homolazoa als eine eigene Evolutionslinie der Echinodermen zu deuten und nicht als Vorläufer der Chordaten.
Kommentar 6: Gudo & Dettmann (2005: "Evolutionsmodelle für den Ursprung der Echinodermen: Zusammenfassung und Kritik", in Paläontologische Zeitschrift, Volume 79(3): 316, 317) stellen die Theorien für den Ursprung der Echinodermen gegenüber. Bei der Calcichordaten-Theorie von Jefferies wird erwähnt, dass erstens die rückwärtsgerichtete Fortbewegung damit begründet wurde, dass sich ein asymmetrischer Körper leichter ziehen als schieben lässt und dass zweitens, z.T. auch funktionsmorphologische Betrachtungen, wie die Rinnen am Körper zum Greifen des Sediments, einfließen.
Kommentar 7: Lin et al. (2010) in ihrem Beitrag "Bioturbation in Burgess Shale-type Lagerstätten: Case study of trace fossil-body fossil association from the Kaili Biota (Cambrian Series 3), Guizhou, China" (Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology 292: 245-256) verweisen nach den dokumentierten zusammenhängenden Assoziationen von Echinodermen und Spurenfossilien, die von Sutcliffe et al. (2000) beschrieben wurden.
Kommentar 8: Rahman & Lintz (2012) in ihrem Beitrag "Dehmicystis globulus, an enigmatic solute (Echinodermata) from the Lower Devonian Hunsrück Slate, Germany" (Paläontologische Zeitschrift 86(1): 59-70) erwähnen die seltenen Fälle, in denen zusammenhängende Assoziationen von Ichnofossilien und ihren Echinodermen-Verursachern je dokumentiert wurden.
Kommentar 9: Lefebvre (2003) zitierte in seinem Beitrag "Functional morphology of stylophoran echinoderms" zweimal Sutcliffe et al. (2000) in der Diskussion über ihre mögliche Lebensweise (epibenthisch oder infaunal).
Kommentar 10: Sumrall et al. (2009) - in ihrem Artikel: "Cardiocystella, a new cornute stylophoran from the Upper Cambrian Whipple Cave Formation, Eastern Nevada, USA" - bezeichnen die Studie über die funktionelle Morphologie, wie von Sutcliffe et al. (2000), als eine der drei Hauptthemen der Untersuchungen an Echinodermen der Klasse der Stylophora.

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(Bild: M. van Engelen)

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last update: 13.08.2020
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